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Atemschutz

Ausbilder Atemschutz

In unserer modernen Welt haben sich verschieden-artige Stoffe, wie z. B. Kunststoffe, Textilien, aber
auch Lacke und Reinigungsmittel etabliert und sind
aus unseren Wohnungen und Arbeitsstätten nicht
mehr wegzudenken. Haben sie doch einiges für uns Menschen erleichtert und angenehmer gemacht.

Jedoch bei einem Brand entwickeln genau diese Stoffe erhebliche Gase und Dämpfe die dann dem Menschen plötzlich zur Gefahr werden. Aus diesem Grund können sich bei einem Brand in einer normalen Wohnung erhebliche Schadstoffe, wie z. B. Kohlenmonoxid, Blausäure, Salzsäure und vieles mehr in den Brandgasen (Rauch) befinden.

Da aber eine schnelle und gezielte Brandbekämpfung im Gebäude erheblich zur Schadensminimierung beiträgt und die Feuerwehr auch zur Menschen- und Tierrettung ins Gebäude muss, ist es auch notwenig, die Feuerwehrkräfte vor genau diesen Brandgasen zu schützen.

Ausrüstung & Ausbildung:

Deshalb gehört zu einer modernen und schlagkräftigen Feuerwehr auch eine Atemschutzausrüstung. Bei dieser Ausrüstung trägt der Feuerwehrmann auf dem Rücken eine Pressluftflasche welche an eine Gasmaske angeschlossen wird und somit den Feuerwehrmann eine eigene sogenannte umluftunabhänige Luftversorgung verschafft. Damit ist es der Feuerwehr möglich in ein brennendes Gebäude einzudringen, um dort Menschen oder Tiere zu retten und dem Brandherd zu suchen und diesen dann gezielt zu löschen.

Das bedeutet: Wo auch immer Atemgifte oder Sauerstoffmangel vorhanden ist, kann sich die Feuerwehr mit ihren Atemschutzgeräten schützen und gleichzeitig Arbeit verrichten.

Die Voraussetzungen:

Einsätze unter Atemschutz bedeuten besondere Voraussetzungen für die Feuerwehrkräfte sowie mit unter außergewöhnliche Situationen.

Der Schutzanzug muss hohen Temperaturen standhalten und der Einsatzkraft davor Schutz bieten. Darüber hinaus wiegt die Ausrüstung (Flaschen etc.) ca. 20 kg. Neben dem Gewicht schränkt die Atemschutzmaske das Gesichtsfeld erheblich ein. Der Rauch im Gebäude kann mit unter so dicht sein, dass der Feuerwehrmann seine eigene Hand vor dem Gesicht nicht sieht und damit ist er teilweise so gut wie blind und muss sich deshalb auf seine anderen Sinne wie Gehör und Tastsinn beschränken. Dazu kommt eine nicht zu unterschätzende Hitze und die sich daraus ergebenden zusätzlichen Gefahren.

Deshalb muss jeder Feuerwehrmann, der Atemschutzgeräteträger werden will, sich einer besonderen, ärztlichen Untersuchung unterziehen, die er in regelmäßigen Abständen (3 Jahre) wiederholen muss. Auch muss er mindestens 18 Jahre alt sein und über eine erfolgreiche Feuerwehrgrundausbildung verfügen. Hat er all diese Voraussetzungen erfüllt, muss er erfolgreich einen Atemschutzgeräteträgerlehrgang absolvieren, der auf Kreisebene oder in Feuerwehrschulen abgelegt werden kann. Jedoch muss der Geräteträger anschließend weiterhin zusätzliche Übungen im laufenden Jahr besuchen, um so sich auf die Stresssituation bestmöglichst vorzubereiten.

Denn jeder Feuerwehrmann ist im Innenangriff (so nennen wir das Eindringen in ein brennendes Gebäude) erheblichen Stress ausgesetzt, wie das bereits erwähnte Gewicht, die Hitze, beschränkte Sinne (und natürlich auch Angst) und nur durch regelmäßige Übungen kann dieser Stress reduziert werden.

Für diesen zusätzlichen Dienst absolvieren die derzeit 28 Atemschutzgeräteträger unserer Feuerwehr jährlich zu den normalen Ausbildungsveranstaltungen nochmals zusätzlich 12 Übungsabende.

Zum Einsatz kommt unsere Atemschutztruppe fast bei jeden Brand, aber auch bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen, wie Gasaustritte oder auslaufende Säuren und Silounfällen in der Landwirtschaft.